Frankenberg. Ob Kitzrettung, Jungjägerausbildung oder Wildtiermanagement: Die Aufgaben der Jägerschaft sind vielfältig. Um über diese und weitere Themen mit der Politik ins Gespräch zu kommen, hatte die Jägervereinigung Frankenberg e.V. Vertreterinnen und Vertreter der FDP zu einem jagdpolitischen Austausch auf den Wilhelm-Geise-Schießstand eingeladen. Unter den Gästen befanden sich Wiebke Knell, Fraktionsvorsitzende der Freien Demokraten im Hessischen Landtag und jagdpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion, sowie die Kreistagsmitglieder des Landkreises Waldeck-Frankenberg Jochen Rube, Friedhelm Emde und Bastian Belz. Die Jägervereinigung Frankenberg e.V. vertritt mit fast 450 Mitgliedern die Interessen der Jägerschaft im Gebiet des ehemaligen Altkreises Frankenberg. Mit dem vereinseigenen Schießstand verfügt sie über eine moderne Ausbildungs- und Trainingsstätte, auf der angehende Jägerinnen und Jäger praxisnah auf die Jägerprüfung vorbereitet werden und erfahrene Jäger ihre Schießfertigkeiten regelmäßig trainieren können. Der 1. Vorsitzende der Jägervereinigung, Jens P. Tripp, stellte den Gästen die vielfältigen Aufgaben des Vereins vor und erläuterte die Bedeutung der jagdlichen Ausbildung sowie des ehrenamtlichen Engagements für Natur- und Artenschutz.
Neben der Ausbildung von Jungjägern ist der Tierschutz ein elementares Anliegen der Jägervereinigung. Da sich Rehkitze in den ersten Lebenswochen bei Gefahr instinktiv regungslos im hohen Gras ducken, flüchten sie vor herannahenden Mähmaschinen nicht und müssen deshalb vor der Mahd aufgespürt und in Sicherheit gebracht werden. Im vergangenen Jahr hatte die Jägervereinigung daher eine Arbeitsgruppe zur Kitzrettung gegründet. Bereits in ihrer ersten Saison konnten die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer über 90 Rehkitze vor dem Mähtod retten. Der technische Leiter der Kitzrettung, Finn Kraus, erläuterte den Gästen anschaulich die Abläufe der Rehkitzrettung sowie den Einsatz moderner Drohnentechnik. Durch die Anschaffung einer modernen Wärmebilddrohne, eines Kofferanhängers und weiterer Ausrüstung konnte die Kitzrettung deutlich ausgebaut werden, sodass künftig noch mehr Kitze vor dem qualvollen Tod durch landwirtschaftliche Mäharbeiten bewahrt werden können.
„Die Kitzrettung, die Ausbildung des jagdlichen Nachwuchses und die Hege unseres Wildes zeigen, dass die Jägerschaft weit mehr leistet als viele Menschen wahrnehmen. Es ist wichtig, diese Arbeit vor Ort kennenzulernen und bei politischen Entscheidungen mitzudenken“, sagte Bastian Belz, Vorsitzender der FDP-Kreistagsfraktion Waldeck-Frankenberg. Im weiteren Verlauf des Gesprächs wurden aktuelle jagdpolitische Themen diskutiert. Dabei standen insbesondere die Aussetzung der Jagdsteuer im Landkreis Waldeck-Frankenberg sowie die kommunale Hundesteuer für nachweislich brauchbare Jagdhunde im Mittelpunkt. Jochen Rube, Kreisvorsitzender der FDP Waldeck-Frankenberg, sprach sich dafür aus, die seit 2021 ausgesetzte Jagdsteuer auch über das Jahr 2027 hinaus nicht wieder zu erheben: „Unsere Jägerinnen und Jäger leisten einen unverzichtbaren Beitrag für Natur-, Arten- und Tierschutz sowie für die Gesellschaft insgesamt. Gleichzeitig steht der erhebliche Verwaltungsaufwand zur Erhebung der Jagdsteuer in keinem angemessenen Verhältnis zu den geringen Einnahmen. Deshalb setze ich mich dafür ein, die Aussetzung der Jagdsteuer auch über 2027 hinaus fortzuführen.“ „Der Termin hat erneut gezeigt, wie wichtig die Arbeit der Jägerschaft für unsere Gesellschaft ist. Statt dieses ehrenamtliche Engagement mit Bürokratie und Bagatellsteuern zu belasten, brauchen wir eine Politik, die Verantwortung ermöglicht und nicht erschwert. Dafür setzen wir Freie Demokraten uns auf kommunaler wie auf Landesebene ein“, resümierte Wiebke Knell.














